Vor ziemlich genau einem Monat habe ich nun den Schritt vom Windows-PC zum iMac gewagt, und damit OSX Leopard als Betriebssystem gewählt.

Neben einem Sprung ins kalte Wasser was meine bisherige Softwareausstattung anging, brachte dies natürlich auch ein paar Umstellungen im Bezug auf meine Geocaching-Software mit sich. In diesem Artikel möchte ich kurz beschreiben welche Software dies betraf und welche bzw. ob überhaupt Umstellungen nötig waren.

Die Allzweckwaffe – GSAK

Als erstes wäre hier natürlich GSAK zu nennen, eine reine Windows-Software die ich erst nach meinem Umstieg auf mein Etrex Legend HCx schätzen gelernt habe, die ich mittlerweile aber auch zur Tour-Planung nicht mehr missen möchte. Hierfür gibt es zwar Software-Alternativen wie z.B. MacCaching, allerdings reichen diese nicht im Ansatz an die Funktionsvielfalt von GSAK heran, was sich jedoch hoffentlich irgendwann mal ändern wird. Für weitere Alternativen die nativ am Mac laufen kann ich übrigens nur Teil 2 der geocaching.mac-Serie bei den Doppel-O-Agenten empfehlen.

Für mich bleibt GSAK aktuell jedoch der Leitwolf in diesem Bereich, und damit kommt man um eine Windows-Umgebung leider nicht mehr herum.

Hierfür nutze ich aktuell eine Kombination aus Bootcamp (natives Booten von Windows beim Start) und Parallels Desktop (alternativ auch das kostenlose VirtualBox), eine VM-Software mit der man auch eine native Bootcamp-Partition virtuell unter OSX in einem eigenem Fenster ausführen kann. Es ist zwar unschön, da man eigentlich immer versucht alles direkt unter OSX zum laufen zu bringen, doch wenn schon virtuell, dann ist Parallels hier eine gute Alternative, zumal GSAK im virtuellem Windows auch nach 30 Sekunden geladen ist.

GSAK in Parallels

Das Garmin wird nach einer kurzen Nachfrage ohne Probleme vom VM-Windows erkannt (nach Treiberinstallation), was nur nervt ist das man scheinbar nicht einrichten kann das Browseraufrufe aus GSAK heraus nicht in der VM, sondern unter Safari oder dem OSX-Firefox geöffnet werden können. Als Backup meiner GSAK-Datenbank habe ich übrigens meine OSX Dropbox in der VM als Netzlaufwerk gemountet, somit werden automatisch beim schließen von GSAK immer die letzten 5 Backups, samt der GSAK-Einstellungen und Macros in meiner Dropbox abgelegt. Insgesammt hört sich das alles etwas komplizierter an als es am Ende eigentlich ist, da alles von einem Assistenten zufriedenstellend erledigt wird.

Wo gehts Lang – MapSource

Die zweite wichtige Software wäre natürlich MapSource, die Kartenverwaltung von Garmin. Hiermit kann man die gekauften Topo und/oder Navi-Karten nicht nur aufs GPS übertragen, sondern auch ansehen oder angelegte POIs vom Garmin laden, Tracks auswerten usw.

Zum Glück hat Garmin mittlerweile halbwegs erkannt das es nicht nur Windows gibt, und für den Mac das Pendant zu MapSource, nämlich RoadTrip (ehemals Bobcat) veröffentlicht. Leider ist das installieren der Karten hier etwas umständlicher als unter MapSource. Zuerst muss man mit MapConverter die unter Windows installierten Karten in ein RoadTrip-Format umwandeln lassen, dann die konvertierten und freigeschalteten Daten auf den Mac überspielen und mittels Garmin MapManager in RoadTrip einlesen. Danach kann man mit dem im Paket enthaltenem Garmin MapInstaller die Karten aufs Garmin übertragen und auch die Karten in RoadTrip anzeigen lassen. Der Schalter zum auswählen der aktiven Karte in RoadTrip ist jedoch etwas versteckt solange man das Fenster zu klein hält. Vergrößert man das Fenster aber etwas, hat man oben rechts ein DropDown-Menü wo man zwischen den installierten Karten wechseln kann.

Roadtrip

RoadTrip fühlt sich trotz eines potenten iMacs nicht so performant an wie MapSource, und auch das auswählen und installieren der Kartenausschnitte aufs Garmin soll um einiges hackeliger sein als unter Windows, doch es ist erträglich und allemal besser als jedes mal unter Windows zu booten oder Parallels zu starten, wobei die virtuelle Parallels-Hardware wohl eh nicht dem MapSource-Ansprüchen genügen würde.

Die Welt im Überblick – Google Earth

Optional ist natürlich für einige auch Google Earth interessant, hier gibt es unter OSX jedoch keinerlei Probleme… die Software ist 1:1 auch für OSX verfügbar.

Paperless Caching – der PDA

Ich persönliche habe immer mein Handy/PDA dabei um das Listing eines Caches einzusehen. Dazu mache ich nichts weiter als nach dem Export der Caches aufs Garmin, von GSAK den selben Export noch einmal in eine GPX-Datei zu werfen. Diese GPX-Datei enthält dann alle Listing-Informationen die ich dann mittels Beeline GPS auch “bequem” abrufen kann, zudem ist Beeline zeitgleich noch eine vollständige und sehr performante Geocaching Software für PDAs mit GPSr und sozusagen mein 2. GPS das ich immer wieder gerne nutze und nur jedem empfehlen kann.

Das Problem am Mac ist nur, das es hier kein ActiveSync gibt über das man den Mac mit dem Windows-Mobile Handy verbinden könnte. Abhilfe schafft hier entweder “MissingSync”, eine relativ frickelige und dafür recht teure Software zum Ersatz von ActiveSync, oder viel einfacher… das überspielen über Bluetooth-Dateitransfer.

Fazit

Es wäre gelogen wenn man sagen würde das das Handling der fürs Cachen benötigten Software unter OSX leichter sei als unter Windows. Die meiste Software ist oder war einmal nur für Windows ausgelegt, und somit nimmt man natürlich “künstliche” Hürden auf sich wenn man diese Software am Mac nutzen möchte.

Dennoch ist der Umstieg keine Zauberei oder nur für Technik-Junkies machbar, man muss halt nur an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Wartezeit im Sekundenbereich in kauf nehmen, als es unter Windows der Fall war. Natürlich kann man auch die Virtualisierung auslassen indem man eines der Geocaching-Tools für den Mac nutzt, das geht allerdings nur dann ordentlich wenn man sich an GSAK, seine Macros, Filter usw. noch nicht all zu sehr gewöhnt hat.

Am Ende muss man aber keinerlei Abzüge in der Flexibilität machen, oder sich großartig auf andere Software umstellen, was für mich das wichtigste war.

Bleibt abschließend nur zu hoffen das es zumindest GSAK irgendwann eigenständig auf den Mac schafft und Garmin ihre Kartensoftware RoadTrip noch weiter ausbaut.

Geocaching Shop Geoparadise

1 Kommentare

Gravatar Markus [Permalink] am: 15. April 2009
um: 22:10 Uhr

Für die Synchronisation und Dateiübertragung von Mac an mein Windows-Mobile Handy nutze ich SyncMate (http://mac.eltima.com/sync-mac.html). Ist in der Basis-Version kostenlos und gut zu bedienen. Kann ich nur empfehlen.
Persönlich suche ich auch noch nach der idealen Software für Geocaching mit unserem MacBook, GSAK nativ auf dem Mac wäre schon was…

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