Heute war es endlich soweit, mein Profil sollte eine weitere Cache-Art kennen lernen, den Wherigo.
Als Propant kam aus Entfernungsgründen nur Barleben per Pedes in Frage. Also Wherigo-Player auf dem MDA Compact III aktualisiert und die zum Cache passende Cartridge auf dem Player installiert. Soweit so schlecht, denn im ersten Test daheim wollte der Wherigo-Player erstmal keine Verbindung zum internem GPS-Empfänger herstellen. Nach ein wenig Googlei und ein paar manuellen Anpassungen in Config-Dateien lief dann aber alles wie gewünscht.
Am Ort angelangt dann erstmal mit dem Outdoor-GPS bis zum Startpunkt navigiert und den Player angeworfen. Satelliten waren da, und auch der Player zeigte nun eine “Location” an. An die Location war auch gleich eine Frage geknüpft die jedoch im Feld “Tasks” erschien, und zwar sozusagen Stumm. Man kommt also in einer definierten Zone an, diese Zone löst dann in der Regel im Player etwas aus bzw. schaltet etwas frei… doch was genau, dafür muss man immer erst wieder auf den Homescreen der Applikation navigieren.
Der Cache hielt keine großen Überraschungen parat, musste er aber auch nicht… eine Portierung eines Mehrstationen-QTA-Multis in ein Wherigo war für mich ein Idealer Start ins Thema. Die schon besagte Hürde der Desinformation auf dem Screen war auf dauer jedoch schon etwas anstrengend. Ständig musste man zwischen den Locations und Tasks hin und her wechseln. Hier hätte ich mir schon gewünscht das man darauf hingewiesen wird was genau die aktuelle Zone bewirkt hat und man auf Wunsch direkt das Menü wechseln kann.
Was auch etwas störend war: Die Applikation schaltet nicht den Windows Mobile internen Screensaver ab sobald sie aktiviert wird. Macht man also mal 1-2 Minuten nichts am Gerät, so schaltet sich dieses in Stand-By. Ein Makel der dringend behoben werden sollte.
Weitere kleine Schnitzer waren die für uns als Deutsche die doch etwas ungewöhnliche Maßeinheit in “Fuß” und die etwas zu ungenaue Kompassnadel.
Alles in allem kann man den Wherigos jedoch schon ein “Empfehlenswert” verpassen. Es lief eigentlich alles ohne größere Unterbrechungen ab. Die Navigation ging eigentlich auch reibungslos und die Zonen waren alle samt ohne Probleme erreichbar. Hier nur ein Tipp an alle die planen einen Wherigo zu veröffentlichen: Legt die Zonen lieber etwas großzügiger an. Hat ein Spieler einmal schlechten Empfang und sein Gerät wirft ihn z.B. im Umkreis von 10m umher, so würde dies ständig dazu führen das der Spieler eine Zone verlässt und somit auch urplötzlich alle seine Zonen-Tasks wieder verschwinden würden.
Die geringe Verbreitung der Wherigos liegt aber wohl nicht daran das sie für die Cacher nicht interessant wären, das ist letztendlich nur eine technische Hürde.
Vielmehr ist die Erstellung einer Cartridge hier das Problem. Zwar macht eine einfach Portierung eines Multis noch keine großen Probleme, ein richtiges “Spiel” daraus zu machen artet jedoch schnell in Hardcore-Programmierung aus. Zudem merkt man doch noch überall das die Software von Groundspeak sehr Stiefmütterlich behandelt wird. So wurde z.B. seit über einem halben Jahr kein Update für den Player herausgegeben, und auch der Builder ist trotz etlicher bekannter Bugs schon seit ewigen Zeiten nicht aktualisiert worden.
Ich persönlich fände es sehr schade wenn Groundspeak hier schon die Entwicklung einstellt, bevor sie im Prinzip überhaupt erst richtig begonnen hat. Das Wherigo-Format hat definitiv sehr viel Potential, nur müsste man eben für eine ausgereiftere bzw. durchdachtere Software sorgen, was sowohl auf den Player als auch den Builder zutrifft.
An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Famerlor und Forok die mit mir diesen “Test” abgelaufen sind :)
2 Kommentare
Mittlerweile gibt es eine vernünftige Alternative zum wirklich grottenschlechten Wherigo-Builder:
Urwigo
Ich bin gerade selbst dabei eine Stadtrundführung damit zu programmieren und muss sagen, dass urwigo viel einfacher und komfortabler zu handhaben ist.
Trotzdem bleiben einige programmiertechnische Hindernisse die ich aber als softwareseitig (Einbindung des Wherigos als Lua-Script) und nicht bei der Hardware ansehe.



















um: 23:05 Uhr
Ja, war ein schöner Test. Aber solange die Programmierung so mühselig ist, werden Wherigos selten sein. Und solange sie selten sind, wird wohl auch an der Software nicht viel passieren. Ein Teufelskreis…